Kevelaer – Warum Menschen seit 1642 zur „Trösterin der Betrübten" pilgern

Das Wichtigste auf einen Blick
  • Kevelaer ist seit 1642 Marienwallfahrtsort und gilt als „Trösterin der Betrübten"
  • Die Wallfahrt begann mit einer mystischen Begegnung des Kaufmanns Hendrick Busman 1641
  • Jährlich kommen rund 800.000 Pilger nach Kevelaer
  • Das Gnadenbild befindet sich in der Gnadenkapelle – dem spirituellen Zentrum der Wallfahrt
  • Die Kerzenkapelle ist ein barockes Oktogon, in dem Pilger Kerzen entzünden
  • Kevelaer liegt auf dem Jakobsweg 3 (Rhein-Maas-Route)
  • Butzon & Bercker ist seit 1870 in Kevelaer ansässig und Marktführer für religiöse Kunst
  • Die Wallfahrtssaison dauert von Mai bis Oktober

Es gibt Orte, die man betritt und sofort versteht, warum Menschen sie aufsuchen. Kevelaer am Niederrhein ist so ein Ort. Nicht wegen beeindruckender Kathedralen oder weltberühmter Kunstschätze – sondern wegen einer stillen, beharrlichen Kraft, die seit fast vier Jahrhunderten Menschen aus aller Welt hierher zieht. Pilger, die Trost suchen. Menschen, die bitten. Gläubige, die danken.

Für uns bei Butzon & Bercker ist Kevelaer nicht irgendein Ort. Es ist unser Zuhause – seit 1870. Und kein besserer Ausgangsort, um Ihnen die Geschichte dieses besonderen Wallfahrtsortes zu erzählen.

1641: Eine Stimme, eine Vision, ein Heiligenhäuschen

Es beginnt mit einem einfachen Kaufmann: Hendrick Busman aus Weeze, der täglich den Weg nach Geldern geht. Im Winter 1641 hört er an einer Wegkreuzung nahe Kevelaer dreimal dieselbe innere Stimme: „An diesem Ort sollst du mir eine Kapelle bauen." Er berichtet seiner Frau Mechel davon – und sie berichtet ihm von einem Traum, in dem sie ein kleines Heiligenhäuschen gesehen hat.

Wenig später treffen zwei Soldaten in Weeze ein, die ein kleines Druckbild der Trösterin der Betrübten – ein Marienbild aus Luxemburg – mit sich führen. Busman kauft das Bild. Im Frühjahr 1642 wird es in einem kleinen Häuschen an der Wegkreuzung aufgestellt. Erste Pilger kommen. Erste Heilungen werden berichtet. Die Wallfahrt beginnt.

🕊️ „Consolatrix Afflictorum" – Trösterin der Betrübten

Der Titel „Trösterin der Betrübten" (Consolatrix Afflictorum) entstammt der Lauretanischen Litanei und beschreibt Maria als Begleiterin und Fürsprecherin in Leid und Not. Dieses Patrozinium prägt die Wallfahrt in Kevelaer bis heute: Es kommen vor allem Menschen, die etwas zu tragen haben.

Das Gnadenbild und die Gnadenkapelle

Das Herzstück der Kevelaerer Wallfahrt ist das Gnadenbild – ein kleines, schlichtes Druckbild der Gottesmutter Maria mit dem Jesuskind, kaum handgroß. Es hängt in der Gnadenkapelle, einem schlichten, historischen Bau, der eigens für das Bild errichtet wurde und das spirituelle Zentrum der gesamten Wallfahrt bildet.

Unmittelbar daneben steht die Kerzenkapelle – ein barockes Oktogon aus dem 17. Jahrhundert, in dem Pilger täglich Tausende von Kerzen entzünden. Diese Kerzen sind das sichtbare Zeichen der unsichtbaren Gebete: Bitten, Dankgebete, Anliegen, die Menschen aus ganz Nordwesteuropa mitgebracht haben. Die Kerzenkapelle ist kein Museum – sie ist ein lebendiger Gebetsraum, der sich mit den Anliegen von Generationen aufgeladen hat.

Beide Kapellen zusammen bilden den Kern des Wallfahrtsortes. Dahinter erhebt sich die neugotische Wallfahrtsbasilika aus dem 19. Jahrhundert, die für die wachsenden Pilgermassen gebaut wurde und bis heute den liturgischen Rahmen der großen Wallfahrtsgottesdienste bildet.

Kevelaer heute – Wallfahrt im 21. Jahrhundert

Die Wallfahrtssaison dauert von Mai bis Oktober. Jährlich kommen rund 800.000 Pilger nach Kevelaer – in organisierten Wallfahrten, mit dem Rad, zu Fuß oder ganz allein. Manche Gruppen laufen seit Generationen denselben Weg; manchen ist es das erste Mal.

Kevelaer liegt auch auf dem Jakobsweg 3 (Rhein-Maas-Route), dem deutschen Pilgerweg, der von den Niederlanden nach Süden führt. Für viele Jakobspilger ist Kevelaer damit ein natürlicher Etappenort – ein Ort, an dem der äußere Weg und der innere Weg sich treffen.

🏠 Butzon & Bercker in Kevelaer

Seit 1870 ist Butzon & Bercker fest mit Kevelaer verbunden. Als Marktführer für religiöse Kunst im deutschsprachigen Raum produzieren wir hier – mit einer hauseigenen Bronzegießerei, einem Verlag und einem Sortiment, das Tradition mit zeitlosem Design verbindet. Kevelaer ist nicht nur unser Firmenstandort. Es ist der Ort, aus dem unsere Produkte ihre Seele schöpfen.

Bücher und Andachtsartikel rund um Kevelaer

Ob Sie selbst nach Kevelaer pilgern, jemanden besuchen möchten, der dort war, oder einfach mehr über diesen besonderen Ort erfahren wollen – in unserem Shop finden Sie passende Begleiter:

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Häufig gestellte Fragen zu Kevelaer

Wann begann die Wallfahrt nach Kevelaer?

Die Anfänge der Wallfahrt gehen auf das Jahr 1641 zurück, als der Kaufmann Hendrick Busman eine innere Stimme hörte. 1642 wurde das Gnadenbild erstmals öffentlich in der Gnadenkapelle aufgestellt. Seitdem ist die Wallfahrt ununterbrochen aktiv – auch durch Kriege und schwierige Zeiten hindurch.

Was zeigt das Gnadenbild von Kevelaer?

Das Gnadenbild ist ein kleines, kunstvoll gestaltetes Druckbild der Gottesmutter Maria mit dem Jesuskind. Es ist eine Kopie des Gnadenbildes von Luxemburg, bekannt als „Consolatrix Afflictorum" (Trösterin der Betrübten). Es befindet sich in der Gnadenkapelle, dem spirituellen Herz der Wallfahrt.

Was ist der Unterschied zwischen Gnadenkapelle und Kerzenkapelle?

Die Gnadenkapelle ist das eigentliche Heiligtum – sie beherbergt das Gnadenbild der Trösterin der Betrübten und ist das spirituelle Zentrum der Wallfahrt. Die Kerzenkapelle ist ein barockes Oktogon unmittelbar daneben, in dem Pilger Kerzen entzünden und ihre Gebete und Anliegen sichtbar machen. Beide Kapellen ergänzen einander und bilden gemeinsam das Herzstück des Wallfahrtsortes.

Wie viele Pilger kommen jährlich nach Kevelaer?

Jährlich kommen rund 800.000 Pilgerinnen und Pilger nach Kevelaer. Damit ist Kevelaer einer der bedeutendsten Marienwallfahrtsorte in Nordwesteuropa. Viele Gruppen kommen seit Generationen jedes Jahr – manche legen den Weg zu Fuß zurück.

Wann ist die Wallfahrtssaison in Kevelaer?

Die offizielle Wallfahrtssaison beginnt Anfang Mai und endet im Oktober. In dieser Zeit finden täglich Gottesdienste, Andachten und Prozessionen statt. Das Gnadenbild in der Gnadenkapelle ist aber das ganze Jahr über zugänglich.

Kann man nach Kevelaer pilgern (zu Fuß oder mit dem Rad)?

Ja. Es gibt ausgeschilderte Pilgerwege nach Kevelaer aus verschiedenen Richtungen, und Kevelaer liegt direkt auf dem Jakobsweg 3 (Rhein-Maas-Route). Viele Gruppen pilgern jährlich zu Fuß oder mit dem Fahrrad – teils über mehrere Tage.

Was bedeutet „Trösterin der Betrübten"?

„Consolatrix Afflictorum" (Trösterin der Betrübten) ist ein Marientitel aus der Lauretanischen Litanei. Er bezeichnet Maria als Begleiterin und Fürsprecherin für Menschen in Not, Trauer und Bedrängnis. Dieser Titel prägt das Wesen der Kevelaerer Wallfahrt: Sie ist ein Ort des Gebets für Menschen, die etwas zu tragen haben.

Was hat Butzon & Bercker mit Kevelaer zu tun?

Butzon & Bercker ist seit 1870 in Kevelaer ansässig und eng mit dem Wallfahrtsort verbunden. Als Familienunternehmen in der fünften Generation ist es einer der bedeutendsten Hersteller religiöser Kunstgegenstände im deutschsprachigen Raum – mit einer hauseigenen Bronzegießerei, einem Buchverlag und dem Online-Shop christliche-geschenke.de.

Liegt Kevelaer auf dem Jakobsweg?

Ja. Kevelaer liegt auf dem Jakobsweg 3, der Rhein-Maas-Route, die von den Niederlanden durch die Niederrhein-Region nach Köln und weiter Richtung Santiago führt. Pilger erhalten in Kevelaer einen Stempel für ihren Pilgerausweis.

Welche Andachtsartikel sollte man für einen Kevelaer-Besuch mitnehmen?

Viele Pilger bringen eine Kerze zum Entzünden in der Kerzenkapelle mit, einen Rosenkranz zum Beten und ein kleines Marienbild oder eine Figur als Erinnerung. Ein Pilgerandachtsbuch oder ein Kevelaer-Reiseführer hilft, die Geschichte und die Gebetsorte besser kennenzulernen. Schauen Sie dazu in unsere Kevelaer-Bücher.

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