Es gibt Orte, die man betritt und sofort versteht, warum Menschen sie aufsuchen. Kevelaer am Niederrhein ist so ein Ort. Nicht wegen beeindruckender Kathedralen oder weltberühmter Kunstschätze – sondern wegen einer stillen, beharrlichen Kraft, die seit fast vier Jahrhunderten Menschen aus aller Welt hierher zieht. Pilger, die Trost suchen. Menschen, die bitten. Gläubige, die danken.
Für uns bei Butzon & Bercker ist Kevelaer nicht irgendein Ort. Es ist unser Zuhause – seit 1870. Und kein besserer Ausgangsort, um Ihnen die Geschichte dieses besonderen Wallfahrtsortes zu erzählen.
1641: Eine Stimme, eine Vision, ein Heiligenhäuschen
Es beginnt mit einem einfachen Kaufmann: Hendrick Busman aus Weeze, der täglich den Weg nach Geldern geht. Im Winter 1641 hört er an einer Wegkreuzung nahe Kevelaer dreimal dieselbe innere Stimme: „An diesem Ort sollst du mir eine Kapelle bauen." Er berichtet seiner Frau Mechel davon – und sie berichtet ihm von einem Traum, in dem sie ein kleines Heiligenhäuschen gesehen hat.
Wenig später treffen zwei Soldaten in Weeze ein, die ein kleines Druckbild der Trösterin der Betrübten – ein Marienbild aus Luxemburg – mit sich führen. Busman kauft das Bild. Im Frühjahr 1642 wird es in einem kleinen Häuschen an der Wegkreuzung aufgestellt. Erste Pilger kommen. Erste Heilungen werden berichtet. Die Wallfahrt beginnt.
Der Titel „Trösterin der Betrübten" (Consolatrix Afflictorum) entstammt der Lauretanischen Litanei und beschreibt Maria als Begleiterin und Fürsprecherin in Leid und Not. Dieses Patrozinium prägt die Wallfahrt in Kevelaer bis heute: Es kommen vor allem Menschen, die etwas zu tragen haben.
Das Gnadenbild und die Gnadenkapelle
Das Herzstück der Kevelaerer Wallfahrt ist das Gnadenbild – ein kleines, schlichtes Druckbild der Gottesmutter Maria mit dem Jesuskind, kaum handgroß. Es hängt in der Gnadenkapelle, einem schlichten, historischen Bau, der eigens für das Bild errichtet wurde und das spirituelle Zentrum der gesamten Wallfahrt bildet.
Unmittelbar daneben steht die Kerzenkapelle – ein barockes Oktogon aus dem 17. Jahrhundert, in dem Pilger täglich Tausende von Kerzen entzünden. Diese Kerzen sind das sichtbare Zeichen der unsichtbaren Gebete: Bitten, Dankgebete, Anliegen, die Menschen aus ganz Nordwesteuropa mitgebracht haben. Die Kerzenkapelle ist kein Museum – sie ist ein lebendiger Gebetsraum, der sich mit den Anliegen von Generationen aufgeladen hat.
Beide Kapellen zusammen bilden den Kern des Wallfahrtsortes. Dahinter erhebt sich die neugotische Wallfahrtsbasilika aus dem 19. Jahrhundert, die für die wachsenden Pilgermassen gebaut wurde und bis heute den liturgischen Rahmen der großen Wallfahrtsgottesdienste bildet.
Kevelaer heute – Wallfahrt im 21. Jahrhundert
Die Wallfahrtssaison dauert von Mai bis Oktober. Jährlich kommen rund 800.000 Pilger nach Kevelaer – in organisierten Wallfahrten, mit dem Rad, zu Fuß oder ganz allein. Manche Gruppen laufen seit Generationen denselben Weg; manchen ist es das erste Mal.
Kevelaer liegt auch auf dem Jakobsweg 3 (Rhein-Maas-Route), dem deutschen Pilgerweg, der von den Niederlanden nach Süden führt. Für viele Jakobspilger ist Kevelaer damit ein natürlicher Etappenort – ein Ort, an dem der äußere Weg und der innere Weg sich treffen.
Seit 1870 ist Butzon & Bercker fest mit Kevelaer verbunden. Als Marktführer für religiöse Kunst im deutschsprachigen Raum produzieren wir hier – mit einer hauseigenen Bronzegießerei, einem Verlag und einem Sortiment, das Tradition mit zeitlosem Design verbindet. Kevelaer ist nicht nur unser Firmenstandort. Es ist der Ort, aus dem unsere Produkte ihre Seele schöpfen.
Bücher und Andachtsartikel rund um Kevelaer
Ob Sie selbst nach Kevelaer pilgern, jemanden besuchen möchten, der dort war, oder einfach mehr über diesen besonderen Ort erfahren wollen – in unserem Shop finden Sie passende Begleiter:
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