- Die Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch und dauert bis Ostern
- Gezählt werden 40 Fastentage, die Sonntage sind ausgenommen
- Das Aschenkreuz erinnert an Vergänglichkeit und Umkehr
- Fasten bedeutet mehr als Verzicht: Gebet, Besinnung und Nächstenliebe gehören dazu
- Die Fastenzeit bereitet auf Karwoche und Auferstehung vor
Die Fastenzeit ist eine der stillsten Phasen im christlichen Kirchenjahr. Sie beginnt mit dem Aschermittwoch und führt auf Ostern zu. Viele Menschen verbinden sie mit einem bewussten Verzicht, doch ihr Kern ist eine innere Neuausrichtung: Was bestimmt mein Leben, und was ist wirklich wichtig?
Warum 40 Tage?
Die Zahl 40 hat in der Bibel eine besondere Bedeutung. Jesus fastete nach seiner Taufe 40 Tage in der Wüste. Auch Mose und Elia waren 40 Tage unterwegs. Seit dem 4. Jahrhundert ist die 40-tägige Fastenzeit überliefert.
Da die Sonntage als kleine Auferstehungstage vom Fasten ausgenommen sind, zählen für das Fasten nur die Werktage. Mit Karfreitag und Karsamstag ergeben sich so genau 40 Fastentage bis Ostern.
Aschermittwoch: der Beginn
Der Aschermittwoch steht am Anfang der Fastenzeit. In katholischen Gottesdiensten erhalten Gläubige ein Aschenkreuz auf die Stirn. Der Priester spricht dazu: „Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst.“ Die Asche stammt traditionell von den Palmzweigen des Vorjahres.
Der Name Aschermittwoch erinnert an den Brauch, dass Menschen Asche als Zeichen der Buße trugen. Die Asche steht für Vergänglichkeit und Neuanfang zugleich.
Was heißt christliches Fasten heute?
Die Bibel betont, dass Fasten nicht zur Schau gestellt werden soll (Mt 6,16). Es geht um Verzicht, der im Herzen wirkt. Drei Schwerpunkte helfen bei der Gestaltung:
- Verzicht: Etwas bewusst weglassen, zum Beispiel Süßigkeiten, Alkohol oder Medienzeit
- Gebet: Eine feste Zeit für Stille, Psalmen oder das Vaterunser
- Nächstenliebe: Verzicht in eine Spende oder konkrete Hilfe umwandeln
Wer nur verzichtet, aber gereizter oder gleichgültiger wird, hat den Sinn der Fastenzeit verfehlt. Verzicht ist ein Mittel, kein Selbstzweck.
- Jeden Abend einen Psalm oder einen Bibelvers lesen
- Ein Gebetsbuch oder Impulsbuch als tägliche Begleitung nutzen
- Eine Woche bewusst auf Bildschirmzeit verzichten
Fastentage, Fastenregeln und Fastenspeisen
Nach katholischem Kirchenrecht sind nur Aschermittwoch und Karfreitag verpflichtende strenge Fasttage für Erwachsene. Darüber hinaus gelten Einzelregeln, die von Region und Gemeinde abhängen. Fisch galt früher als erlaubte Alternative zu Fleisch und ist bis heute ein typisches Fastengericht.
Die Fastenzeit im Kirchenjahr
Die Liturgie verändert sich in dieser Zeit sichtbar: Die Farbe wechselt auf Violett, das Halleluja verstummt bis zur Osternacht. Der vierte Fastensonntag heißt Laetare und bringt eine Ahnung von Freude. Die Fastenzeit mündet in die Karwoche mit dem Palmsonntag.
10 häufig gestellte Fragen – Fastenzeit
Wann beginnt die Fastenzeit 2026?
Am Aschermittwoch, dem 18. Februar 2026. Sie endet mit dem Osterfest am 5. April 2026.
Wie lang ist die Fastenzeit?
40 Fastentage. Die Sonntage zählen nicht mit, dafür werden Karfreitag und Karsamstag mitgerechnet.
Warum heißt es Aschermittwoch?
Gläubige erhalten an diesem Tag ein Aschenkreuz als Zeichen für Buße und Vergänglichkeit.
Woher kommt die Asche?
Sie wird traditionell aus den verbrannten Palmzweigen des vorherigen Palmsonntags gewonnen.
Welche Tage sind strenge Fasttage?
Nach katholischem Kirchenrecht sind Aschermittwoch und Karfreitag strenge Fasttage für Erwachsene.
Müssen Protestanten auch fasten?
In evangelischen Gemeinden ist Fasten eher eine freiwillige Form der Besinnung. Viele Gemeinden laden zu Fastenaktionen ein.
Was kann man in der Fastenzeit verzichten?
Das kann ein Genussmittel, eine Gewohnheit oder Bildschirmzeit sein. Wichtig ist, dass der Verzicht zu Gebet oder Nächstenliebe führt.
Was ist Laetare?
Der vierte Fastensonntag, auch Rosensonntag genannt. Er bringt eine Pause in der Strenge und einen Ausblick auf Ostern.
Warum wird in der Fastenzeit kein Halleluja gesungen?
Das Halleluja verstummt als Zeichen der Buße. Es erklingt erst wieder in der Osternacht.
Welche Geschenke passen zur Fastenzeit?
Spirituelle Bücher, Kreuze oder Teelichter eignen sich gut. Eine Übersicht bietet unser Bereich Spirituelle Bücher.